Archiv für den Monat Februar 2014

SCBWI

Drei ereignisreiche Tage in New York und an fast jeder Ecke stösst man auf tallentierte Illustratoren und Autoren. Neben den Präsentationen von Arbeitsmappen bietet das Treffen der Amerikanischen Kinderbuchautoren und -illustratoren zahlreiche Vorträge, in denen man Information zu allen möglichen Aspekten des Kinderbuchmarktes erhält. Die Vorträge sind meist gut besucht, sie reichen vom Basiswissen für die Gestaltung von Bilderbüchern bis zu der Frage, wie finde ich einen Verlag für mein Werk. Kinderbücher zu machen wird hier als ein Handwerk empfunden, das man bei entsprechendem Talent und Kenntnis des Marktes zum Beruf machen kann. Entsprechend reichhaltig ist auch das Angebot an Fachliteratur für angehende Kinderbuchautoren, das in dem Shop aufliegt.

Am Sonntag Vormittag gab es eine abschliessende Diskussion mit prominenten Autoren und Illustratoren wie Oliver Jeffers und Peter Brown. Schätzungsweise an die 400 Leute haben diese Diskussion aufmerksam verfolgt und am Ende geduldig in einer Schlange gewartet, bis sie ihre Bücher von den teilnehmenden Autoren signiert bekommen haben – Erinnerungsfoto inklusive. Ordner haben einem beim geringsten Anzeichen für eine fehlende Orientierung geholfen den Tisch des gewünschten Autors zu finden. Diese Begeisterung hat mich letztes Jahr in Chicago auf der ALA schon fasziniert: Bibliothekare, Buchhändler und Leser stehen geduldig Schlange um ihr Buch signieren zu lassen. So manche Signierstunde eines Illustrators dauert dann oft doppelt so lang.

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Illustrators Heaven

Gestern Abend war ich mit Beth bei der Portfolio Präsentation der SCBWI Convention. Die  Präsentation war perfekt organisiert. Neben Arbeitsproben gab es von jedem Künstler auch eine Karte mit Kontaktdaten. Allein für die Gestaltung der Mappen hätten einige einen Preis verdient. Wir haben uns tatsächlich durch über 100 Mappen gekämpft und dabei eine Menge interessanter Arbeiten entdeckt.

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The ABC of It

Irgendwie bewege ich mich in New York wie ein staunendes Kind: mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen. Als wäre ich im Paradies für Kinderbücher angekommen. Wahrscheinlich ist das eine selektive Wahrnehmung und in Wirklichkeit interessieren sich die wenigsten Menschen um mich herum für Bilderbücher. Wobei, diejenigen die ich treffe, interessieren sich zu überraschend oft dafür.

Den ersten Tag habe ich dazu benutzt die Ausstellung in der New York Public Library anzusehen. Günstigerweise binfindet sich diese direkt am Bryant Park, den ich immer gerne besuche und auch das Confention Center für die Illustratoren ist nur ein paar Blocks weiter. Die Ausstellung The ABC of It ist ein faszinierender Rundgang in die Vielfalt von Bilderbüchern aus zwei Jahrhunderten. Bei weitem nicht erschöpfend, aber es gibt einen kurzen Einblick in eine Vielzahl von Themen. Mit Bilderbüchern beginnt unsere literarische Entwicklung und wir dürfen uns nicht wundern, wenn uns diese auch Jahrzehnte später nocht in lebhefter Erinnerung sind und uns immer noch faszinieren. Dem entsprechend steht ein Motto von W. H. Auden am Anfang der Ausstellung: There are no good books which are only for children.“

Kinderbücher boten oft Anlass für Kontroversen. Ob es nun um die individuellen Freiheiten von Kindern ging oder um staatliche Interessen bei der Erziehung. Sehr erhellend eine Aussage von Josef Stalin in einem Interview das H. G. Wells 1937 mit ihm führte: „Education is a weapon whose effects depend on who holds it in his hands and at whom it is aimed.“ Wie kommen die Büch zu den Kindern? und was wird unter der Bettdecke gelesen? Alles spannde Fragen. Ein Separee zum Thema Zensur im Kinderbuch warnt heute noch vor dem Zugang. Kinder könnten schockiert sein – oder werden eher die Erwachsenen gewarnt. Ein Bilderbuch, das ein weisses und ein schwarzes Häschen bei der Hochzeit zeigt, hat in den Südstaaten die Zensoren auf den Plan gerufen. Der Aufruf eines Senators aus Alabama zur Bücherverbrennung, wird anschaulich in einem Turm der „unerwünschten“ Kinderbücher (!) dargestellt.

Dass dabei vor allem religiös motivierte Moralapostel am Werk sind, hat schon Mark Twain zu spüren bekommen, dessen Buch „Huckleberry Finn“ von einer Bibliothek in Massachusetts als „Mist“ ausgeräumt worden ist. Sein lakonischer Kommentar an seinen Verleger: „Damit verkaufen wir 25.000 Stück mehr.“

Eine Raum zeigt einige hervorragende Künstler, u.a. ein Portait von Eric Carle. Ihn bei der Arbeit beobachten zu können und zu hören, wie er sein Buch 10 „Little Ducks“ vorträgt, ist ein absoluter Genuss. Am Ausgang traf ich den Führer der Ausstellung, der meinte, dass die Ausstellung eigentlich ja nicht für Kinder konzipiert sei. Dem hat ein Besucher heftig widerstprochen. Zu Recht. Ausstellungen über Kinderbücher sind wohl nie nur für Erwachsene interessant. Der Unterschied besteht eher darin, dass in manchen Ländern die Autoren von Kinderbüchern sich grosser Wertschätzung erfreuen können und ihre Arbeiten öffentlich präsentiert werden, während in anderen diese noch immer „klein“ geredet werden.

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Momo well arrived in LA

Jon Klassen, der für sein Buch Wo ist mein Hut mit den Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet worden ist, hat nun endlich auch seinen Preis in Händen halten können. Nachdem es einige Monate gedauert hat, bis wir einen passenden Versandweg für die massive Statue gefunden haben – und um ehrlich zu sein, wir haben uns ungern von ihr getrennt – wurde die Lieferung in Los Angeles irrtümlich als Weinbestellung eingestuft. Die Überraschung am Geburtstag seines Schwiegervaters war perfekt, als statt dem erwarteten Wein dieser Preis heraus kam.

Jon Klassen mit Momo

Jon Klassen mit Momo

Willy Puchner im MOMA

Im Grunde genommen ist das ja keine Neuigkeit. Im MOMA in New York, oder genauer vor dem MOMA hat Willy Puchner’s Arbeit als Fotograf und Autor einen entscheidenden Impuls erhalten. Das Ergebnis war das Buch Die Sehnsucht der Pinguine. Viele Jahre und viele Bücher später findet eine Bekannte von Willy sein Buch The ABC of Fabulous Princesses im Shop des MOMA. Und da steht es in guter Nachbarschaft neben Bruno Munari’s ABC.

Willy Puchners ABC of Fabulous Princesses im MOMA-Shop in New York.

Willy Puchners ABC of Fabulous Princesses im MOMA-Shop in New York.

Hier kann man einen Blick in die deutsche Ausgabe der fabelhaften Prinzessinnen werfen.

Neues von der fliegenden Maus

Ich habe ja schon angedroht, dass es nicht der letzte Artikel über die fliegende Maus sein wird. Ein wenig muss ich um Nachsicht bitten. Einerseits ist LINDBERGH im Moment so ziemlich das Spannendste, was ich als Verleger je erlebt habe, und andererseits ist es eine gute Möglichkeit ein wenig mit dem Blog vertraut zu werden. Nächste Woche folge ich der fliegenden Maus nach New York und da wird es sicher allerhand zu berichten geben.

Verlage machen ja ganz gerne Schaufensterwettbewerbe. Mit etwas gutem Willen und ein paar persönlichen Bitten, kommen dann auch ein paar Einsendungen mit Fotos. Meist grad so viele, dass man die ausgeschriebenen Preise guten Gewissens verteilen kann. Bei LINDBERGH haben wir mal keinen Wettbewerb und keine Preise ausgeschrieben und siehe da, wir werden mit den originellsten Schaufenstergestaltungen beglückt, die wir uns vorstellen können. Hier ein paar Beispiele aus dieser Woche.

Buchhandlung Idstein in Oestrich-Winkel

Buchhandlung Idstein in Oestrich-Winkel

Buchhandlung Idstein in Oestrich-Winkel

Buchhandlung Idstein in Oestrich-Winkel

Salima Kinderschätze, Hamburg

Salima Kinderschätze, Hamburg

Buchh. Schmitz Junior, Essen

Buchh. Schmitz Junior, Essen