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American Library Association Annual Conference 2017

By Andrew Rushton

As someone who began his career in the Book Trade as a 16 year-old Saturday helper at the local library, I thought I understood how libraries fitted into our world of printed matter, information and literacy. Until I started visiting the American Library Association (ALA) Annual Conference that is. Everything is bigger in America, obviously, so finding 30’000 librarians in one place was an eye opener but nothing more. Discovering the role they play in US society however, was. In a country where the local bookstore may be several hundred kilometres away and where incomes don’t always stretch to buying books, the librarian is someone who takes their job of bringing knowledge, giving ambition to the underprivileged through reading, and championing books that might change lives, very seriously. This even extends to all the major awards, which are chosen and promoted by librarians.

19399456_1540272702664321_715461595063829118_nWhich is why publishers in the US take librarians seriously too and why all the major publishers are present at the ALA. Most even have special sales teams devoted solely to library sales. For NordSüd it is a chance to take the temperature of the American market but also to meet authors and illustrators that we either already work with or would like to work with.

This year I went to Chicago, the Windy City, with Marcus Pfister as part of the Rainbow Fish’s 25th Birthday celebrations. Here are some of my highlights.

19396905_1539312556093669_2268272943942696672_nFriday: Marcus went to the Summer Meals Charity Kick-Off event in Horner Park, west Chicago. Around 500 children, many of whom come from impoverished backgrounds, enjoyed a sunny day in the park listening to stories and helping Marcus create some new characters.

I spent the day at the ALSC (Association of Library Services for Children) conference, which comprised of 3 panels featuring the honourees from the Caldecott, Newbery, Batchelder, Geisel, Sibert and Belpré medals. I discussed “As Time Went By” and the subject of overcoming difficult circumstances with Greg Christie, author Alexandra Diaz and two editors in front of around 300 people. Ours was one of three panels and there was a chance to mingle at lunch. This was a great opportunity to meet authors and publishers and discuss the themes of Perceive, Rise and Engage.

19452926_1541120972579494_3228602610836111920_oSunday: After a 45 minute conversation and presentation with Marcus we returned to the booth where he signed around 200 books and chatted to librarians for 2 hours! This was a real highlight. It’s amazing how many stories people want to share about what the book means to them.

In the evening we attended the annual Newbery-Caldecott Banquet, America’s Children’s Book Oscars and like nothing we are ever likely to see in Europe. 2’000 of the industry’s finest gather to eat Salad, Chicken and Chocolate Mousse (the same every year) and pat themselves on the back for a job well done. It’s self-congratulatory but also highly motivating and celebratory. And NordSüd had 3 of 5 Caldecott honoured illustrators, Greg Christie (John F. Kennedy), Carson Ellis (Waz’n Teez) and Brendan Wenzel (Leben) so plenty of reasons to be cheerful.

Our table was a fun mix of people including the new team of Jacquie Alcantara and Baptiste Paul who’s book “The Field” we’re publishing in Spring 2018.

#alaac17Monday: Before flying home there was one last job to be done, collecting our Batchelder Honour. The presentation began at 8am but despite the early hour and the late night before, around 500 people gathered to hear the speeches and watch the presentations. If I had known it would be such a big event I would have had a shave! There’s always next time, like New Orleans in 2018.

 

 

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Big in Japan

Im Mai wurde in Tokyo »Armstrong« von Torben Kuhlmann veröffentlicht und seine Bilder wurden in einer Ausstellung präsentiert. Ein willkommener Anlass eine Reise nach Japan und Südkorea zu machen und mehr über den asiatischen Buchmarkt zu erfahren.

Torben Bronze 5

Junko Yokota, Torben Kuhlmann, Machiko Wakatsuki

Die Verlegerin Machiko Wakatsuki von Bronze Publishing hat schon beim Erwerb der japanischen Buchrechte für »Lindbergh« bewiesen, dass sie sich für ihre Bücher stark zu machen versteht. »Lindbergh« war in Japan eines der erfolgreichsten Bilderbücher von einem ausländischen Illustrator in den letzten beiden Jahren.

Für den Start von »Armstrong« hat sie Torben Kuhlmann nach Japan eingeladen und gleichzeitig eine Ausstellung mit Originalillustrationen und Kunstdrucken aus seinen bisherigen Büchern organisiert. Bronze Publishing setzt  stark auf eine persönliche Betreuung des Buchhandels und auf Pressearbeit. Ein Tag war fast komplett ausgefüllt mit Presseterminen. Dabei war auffällig, wie interessiert und gut vorbereitet  die Medienvertreter zu dem TreffenTorben Bronze 3 mit Torben Kuhlmann gekommen sind. Am Abend wurde mit einem Vortrag von Torben die Ausstellung eröffnet. Die Besucher hatten dabei auch die Möglichkeit die von uns produzierten Kunstdrucke zu erwerben. Im Anschluss musste Torben zahlreiche Signierwünsche erfüllen und für Erinnerungsfotos zur Verfügung stehen.

Am nächsten Tag standen Besuche in verschiedenen Buchhandlungen auf dem Terminplan. Überall wurde Torben mit großem Hallo empfangen. Seine Bücher wurden oft aufwendig und liebevoll präsentiert. Eine Besonderheit im Marketing von Bronze besteht darin, dass sie einen Preis für die schönsten Präsentationen ausgeschrieben haben. Damit profiliert sich Bronze gegenüber seinen Mitbewerbern.

Doshinsha 0641Abseits von den Veranstaltungen mit Torben konnte ich auch einige andere Verlage besuchen. Auffällig ist, dass viele Verlage neben dem Vertrieb über den Buchhandel auch spezielle Vertriebsformen entwickelt haben. Vor allem der Direktverkauf an Kindergärten und Schulen ist für viele Verlage ein wichtiges Standbein. Doshinsha, ein spezialisierter Kinderbuchverlag, der heuer seinen 60. Jahrestag feiert, hat sich zudem auf die Produktion und die Vermittlung von Kamishibais spezialisiert. Diese werden in einem speziellen Vorführraum gezeigt, in dem Kindergärtner und Bibliothekare auch in der Anwendung geschult werden.

Kodansha 0645 2Bei Kodansha, einem der größten japanischen Verlage, laufen die Vorbereitungen für das Jubiläum des Regenbogenfisches. Marcus Pfister wird im Juli für einige Tage nach Japan reisen, um mit dem Verlag die Werbetrommel für sein neues Buch und den ersten Band des Regenbogenfisches zu rühren. Der Empfang in den Räumlichkeiten von Kodansha war sehr beeindruckend. Mitglieder des Verwaltungsrats, Abteilungsleiter, Lektoren und Übersetzer nahmen an dem Gespräch teil, insgesamt acht Personen.

 

Besuch bei Kazuo Iwamura

Ein Ausflug zu dem Erfinder von »Familie Maus« und »Matz, Fratz und Lisettchen« war einer der Höhepunkte meines Aufenthalts in Japan und Korea. Mit dem Shinkansen fuhren wir bis Utsunomiya und von dort mit einem Mietauto weiter zum Museum. Kazuo Iwamura stand schon an der Einfahrt bereit, als wIwamura 0663ir ankamen. Das heißt eigentlich überprüfte er den Bestand der Raupen, die dort einen speziellen Baum bevölkern. Im Laufe des Nachmittags zeigte uns Herr Iwamura immer wieder kleine Vorrichtungen, die er in seinem Garten angelegt hat, um die Tiere dort heimisch zu machen und um sie leichter beobachten zu können. Die Natur kennenzulernen, ist ihm ein zentrales Anliegen. Die Bauern in der Nachbarschaft hat er dafür gewonnen, dass sie ihre Betriebe als eine Art Erweiterung des Museums zur Verfügung stellen. Kinder, die das Museum besuchen,  können also auch die Natur unmittelbar erfahren.

Iwamura 0662Das Museum ist ein einfacher Holzbau mit Ausstellungsräumen, einem Bereich für Schulklassen, einem kleinen Restaurant und einem Museumsshop. Neben wechselnden Ausstellungen sind viele bekannte Motive aus seinen Büchern permanent zu sehen. Nebenan hat er ein Atelier, wo viele seiner beliebten Bilderbücher entstanden sind. Kazuo Iwamura hat uns eine kleine Demonstration gegeben, wie seine Bilder entstehen. Die Verbindung von Pastellkreiden und Aquarellfarben erfordert einiges handwerkliches Können. Im Moment arbeitet er an einem neuen Band der »Familie Maus«. Mehr wollte er noch nicht verraten. Davor erscheint ein neues Buch über den Frühlingsanfang.

 

Willkommen auf Nami Island

Nami 0670Nami Island ist eine kleine halbmondförmige Insel in einem Fluss, etwa eine Autostunde nördlich von Seoul. Seit Mitte der 1960er Jahre wurde hier eine Oase errichtet, in der Ökologie und Kultur im Mittelpunkt stehen. Inzwischen besuchen über zwei Millionen Besucher jährlich die Insel. Seit 2013 richtet die Betreibergesellschaft der Insel den sogenannten Nami Island International Picture Book Illustration Concours aus. Seither treffen sich alle zwei Jahre zahlreiche internationale Kinderbuchillustratoren auf Nami Island.

Ein Höhepunkt im JahresNami 0668programm ist das Nambook Festival mit zahlreichen Ausstellungen, Aufführungen, Workshops und Unterhaltungsprogrammen für Kinder und Erwachsene. Im Mittelpunkt stehen Kinderbücher und insbesondere Märchen aus der ganzen Welt. Dabei werden auch die Bilder der ausgezeichneten Illustratoren in sehr liebevoll gestalteten Installationen präsentiert.

Nami 0665Die Gewinnerin des Grand Prix 2017 ist die polnische Künstlerin Małgorzata Gurowska, die mit ihrem Projekt »The Locomotive/IDEOLO« die internationale Jury überzeugen konnte. Das Buch basiert auf einem Kindergedicht des polnischen Autors Julian Tuwim und ist ein fast 14 Meter langes Leporello, auf dem die Künstlerin Małgorzata Gurowska ihre Interpretation des Gedichts präsentiert.

Nami 0666Die Spaziergänge in der Natur, der Besuch der Ausstellungen und die Begegnungen und Gespräche mit Künstlern und Juroren waren für mich eine unglaublich erfrischende Erfahrung.

SCBWI

Drei ereignisreiche Tage in New York und an fast jeder Ecke stösst man auf tallentierte Illustratoren und Autoren. Neben den Präsentationen von Arbeitsmappen bietet das Treffen der Amerikanischen Kinderbuchautoren und -illustratoren zahlreiche Vorträge, in denen man Information zu allen möglichen Aspekten des Kinderbuchmarktes erhält. Die Vorträge sind meist gut besucht, sie reichen vom Basiswissen für die Gestaltung von Bilderbüchern bis zu der Frage, wie finde ich einen Verlag für mein Werk. Kinderbücher zu machen wird hier als ein Handwerk empfunden, das man bei entsprechendem Talent und Kenntnis des Marktes zum Beruf machen kann. Entsprechend reichhaltig ist auch das Angebot an Fachliteratur für angehende Kinderbuchautoren, das in dem Shop aufliegt.

Am Sonntag Vormittag gab es eine abschliessende Diskussion mit prominenten Autoren und Illustratoren wie Oliver Jeffers und Peter Brown. Schätzungsweise an die 400 Leute haben diese Diskussion aufmerksam verfolgt und am Ende geduldig in einer Schlange gewartet, bis sie ihre Bücher von den teilnehmenden Autoren signiert bekommen haben – Erinnerungsfoto inklusive. Ordner haben einem beim geringsten Anzeichen für eine fehlende Orientierung geholfen den Tisch des gewünschten Autors zu finden. Diese Begeisterung hat mich letztes Jahr in Chicago auf der ALA schon fasziniert: Bibliothekare, Buchhändler und Leser stehen geduldig Schlange um ihr Buch signieren zu lassen. So manche Signierstunde eines Illustrators dauert dann oft doppelt so lang.

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Illustrators Heaven

Gestern Abend war ich mit Beth bei der Portfolio Präsentation der SCBWI Convention. Die  Präsentation war perfekt organisiert. Neben Arbeitsproben gab es von jedem Künstler auch eine Karte mit Kontaktdaten. Allein für die Gestaltung der Mappen hätten einige einen Preis verdient. Wir haben uns tatsächlich durch über 100 Mappen gekämpft und dabei eine Menge interessanter Arbeiten entdeckt.

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The ABC of It

Irgendwie bewege ich mich in New York wie ein staunendes Kind: mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen. Als wäre ich im Paradies für Kinderbücher angekommen. Wahrscheinlich ist das eine selektive Wahrnehmung und in Wirklichkeit interessieren sich die wenigsten Menschen um mich herum für Bilderbücher. Wobei, diejenigen die ich treffe, interessieren sich zu überraschend oft dafür.

Den ersten Tag habe ich dazu benutzt die Ausstellung in der New York Public Library anzusehen. Günstigerweise binfindet sich diese direkt am Bryant Park, den ich immer gerne besuche und auch das Confention Center für die Illustratoren ist nur ein paar Blocks weiter. Die Ausstellung The ABC of It ist ein faszinierender Rundgang in die Vielfalt von Bilderbüchern aus zwei Jahrhunderten. Bei weitem nicht erschöpfend, aber es gibt einen kurzen Einblick in eine Vielzahl von Themen. Mit Bilderbüchern beginnt unsere literarische Entwicklung und wir dürfen uns nicht wundern, wenn uns diese auch Jahrzehnte später nocht in lebhefter Erinnerung sind und uns immer noch faszinieren. Dem entsprechend steht ein Motto von W. H. Auden am Anfang der Ausstellung: There are no good books which are only for children.“

Kinderbücher boten oft Anlass für Kontroversen. Ob es nun um die individuellen Freiheiten von Kindern ging oder um staatliche Interessen bei der Erziehung. Sehr erhellend eine Aussage von Josef Stalin in einem Interview das H. G. Wells 1937 mit ihm führte: „Education is a weapon whose effects depend on who holds it in his hands and at whom it is aimed.“ Wie kommen die Büch zu den Kindern? und was wird unter der Bettdecke gelesen? Alles spannde Fragen. Ein Separee zum Thema Zensur im Kinderbuch warnt heute noch vor dem Zugang. Kinder könnten schockiert sein – oder werden eher die Erwachsenen gewarnt. Ein Bilderbuch, das ein weisses und ein schwarzes Häschen bei der Hochzeit zeigt, hat in den Südstaaten die Zensoren auf den Plan gerufen. Der Aufruf eines Senators aus Alabama zur Bücherverbrennung, wird anschaulich in einem Turm der „unerwünschten“ Kinderbücher (!) dargestellt.

Dass dabei vor allem religiös motivierte Moralapostel am Werk sind, hat schon Mark Twain zu spüren bekommen, dessen Buch „Huckleberry Finn“ von einer Bibliothek in Massachusetts als „Mist“ ausgeräumt worden ist. Sein lakonischer Kommentar an seinen Verleger: „Damit verkaufen wir 25.000 Stück mehr.“

Eine Raum zeigt einige hervorragende Künstler, u.a. ein Portait von Eric Carle. Ihn bei der Arbeit beobachten zu können und zu hören, wie er sein Buch 10 „Little Ducks“ vorträgt, ist ein absoluter Genuss. Am Ausgang traf ich den Führer der Ausstellung, der meinte, dass die Ausstellung eigentlich ja nicht für Kinder konzipiert sei. Dem hat ein Besucher heftig widerstprochen. Zu Recht. Ausstellungen über Kinderbücher sind wohl nie nur für Erwachsene interessant. Der Unterschied besteht eher darin, dass in manchen Ländern die Autoren von Kinderbüchern sich grosser Wertschätzung erfreuen können und ihre Arbeiten öffentlich präsentiert werden, während in anderen diese noch immer „klein“ geredet werden.

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Momo well arrived in LA

Jon Klassen, der für sein Buch Wo ist mein Hut mit den Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet worden ist, hat nun endlich auch seinen Preis in Händen halten können. Nachdem es einige Monate gedauert hat, bis wir einen passenden Versandweg für die massive Statue gefunden haben – und um ehrlich zu sein, wir haben uns ungern von ihr getrennt – wurde die Lieferung in Los Angeles irrtümlich als Weinbestellung eingestuft. Die Überraschung am Geburtstag seines Schwiegervaters war perfekt, als statt dem erwarteten Wein dieser Preis heraus kam.

Jon Klassen mit Momo

Jon Klassen mit Momo